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Solingen, 5. November 2008
Fachtagung: „Der Schutz Geistigen Eigentums –
Bekämpfung der Produkt-, Marken- und Internetpiraterie“

Gemeinsam mit dem Justizministerium NRW und der Adolf-Grimme-Akademie hat die Aktion Plagiarius am 5. November 2008 im Forum Produktdesign in Solingen die Fachtagung „Der Schutz Geistigen Eigentums – Bekämpfung der Produkt-, Marken- und Internetpiraterie“ veranstaltet.

Eröffnet wurde die Tagung von Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter und dem Initiator der Aktion Plagiarius, Prof. Rido Busse. Ziel der Veranstaltung war, Unternehmer, Kreative und Verbandsvertreter mit Vertretern aus der Politik, der Justiz und von Polizei- und Zollbehörden zusammenzubringen und den Erfahrungs- und Erwartungsaustausch zu fördern.

„Nur wenn alle betroffenen Parteien ihre Aktivitäten im Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie bündeln, haben wir eine Chance, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen im internationalen Markt zu stärken“, sagte Busse vor über 200 Teilnehmern der Konferenz.

Im Anschluss an diverse Expertenvorträge wurde in 2 Fachforen („Produkt- und Markenpiraterie“ und „Urheberrechtsverstöße im Internet“) angeregt diskutiert, wie die Verfolgung der Fälscher und Plagiatoren noch wirksamer gestaltet werden kann.

„Asien und Osteuropa sind zwar aufgrund (noch) geringer Lohnkosten typische Produktionsländer für Fälschungen und Plagiate. Fest steht aber auch, dass Händler und Firmen aus aller Welt – auch aus Deutschland - diese Nachahmungen einkaufen und teils sogar in Auftrag geben. Wir müssen das Problem folglich auch direkt vor Ort in Deutschland angehen“, so Busse. Und er betonte weiter: „Die Profitmargen der Fälscher sind extrem hoch und solange die Strafen sehr mild ausfallen, findet keine ausreichende Abschreckung statt“.

Deutsche Unternehmen, insbesondere der Mittelstand, sind immer stärker betroffen: Angefangen von Umsatzrückgängen über den Verlust von Marktanteilen und die Zerstörung der Glaubwürdigkeit der Marke bis hin zu unberechtigten Produkthaftungsklagen. Werden Qualitäts- und Sicherheitsstandards vernachlässigt, so bekommen auch die Konsumenten die negativen Auswirkungen von Fälschungen und Plagiaten zu spüren. Minderwertige Produkte entpuppen sich häufig als im wahrsten Sinne des Wortes „brandgefährlich“.

Auch die Justizministerin ging in Ihrer Rede auf die Mitverantwortung der Konsumenten ein: „Käufer von illegalen Imitaten fördern Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen im Ausland. Sie spielen Schmugglern in die Hände, die heute vielleicht nur falsche Uhren, über dieselben Vertriebswege aber morgen schon gefährliche Dinge wie gefälschte Medikamente zu uns bringen."

Die Mittagspause nutzten viele, um sich im Museum Plagiarius anhand von über 300 Originalen und Plagiaten praxisnah das enorme Ausmaß des Problems anzuschauen.

Bilddownload (300 dpi):



Prof. Rido Busse, Initiator des Negativpreises Plagiarius und Roswitha Müller-Piepenkötter, Justizministerin NRW

Verwendung des Fotos nur unter Angabe des Urhebers:
Marcus Hök