Nach Thailand ist China der zweitgrößte
Markt weltweit für Fälschungen, Plagiate
und Raubkopien. Egal ob CDs, Videos oder DVDs, Textilwaren,
Schmuck, Uhren, Haushaltsartikel, technische Produkte
etc., gefälscht wird alles, was sich einfach
und schnell in bare Münze wandeln lässt
– Waren also, für die bereits Nachfrage
besteht und die häufig in großen Stückzahlen
vertrieben werden.
Beschlagnahmefälle 2003 nach
Herkunftsländern
Thailand
24,85 %
China
12,86
%
Tschechien
11,44 %
Polen
10,03
%
Türkei
9,04 %
Hongkong
5,87
%
USA
3,81 %
Malaysia
3,64
%
Vietnam
2,80 %
Sonstige
Länder
15,66
%
Quelle: www.zoll.de
Zum besseren Verständnis –
aber nicht als Entschuldigung - warum viele Fälschungen
und auch Plagiate aus Fernost, speziell China kommen,
sollte man folgendes wissen: In China herrscht traditionell
ein anderes Denken in Bezug auf Geistiges Eigentum.
So gilt es z.B. als erstrebenswert, den 'Meister'
so gut wie möglich zu kopieren – erst
wenn dies erreicht ist, kann man Eigenes schaffen.
Auch ist es den Chinesen fremd, dass eine Idee einem
Einzelnen gehört und nur entgeltlich von anderen
benutzt werden darf.
Die wirtschaftlichen Bedingungen in China tun ihr
Übriges: Das Gros der Chinesen ist arm und
so leben beispielsweise trotz des momentanen wirtschaftlichen
Booms ganze Regionen und Industriezweige von der
Herstellung und dem Verkauf von Plagiaten und Fälschungen.
In einigen Landstrichen findet man in den Läden
kaum Originalprodukte. Besonders stark involviert
sind die Regionen Zhejiang und GuangDong. Außerdem
sollte man sich die Größe und Bevölkerungsdichte
des Landes vor Augen führen: Mit 1,3 Milliarden
Einwohnern ist China das bevölkerungsreichste
Land der Welt und macht ca. 20% der Weltbevölkerung
aus. Vor diesen Hintergründen wird deutlich,
dass es ein langer und schwieriger Prozess ist,
bis ein Umdenken stattfinden und Realität werden
kann. Der Beitritt zur WTO ist ein erster Schritt
in die richtige Richtung…
Woran liegt es, dass der Handel mit Plagiaten und
Fälschungen in Südostasien so lukrativ
ist und das Ausmaß trotz vehementer Bemühungen
zahlreicher nationaler und internationaler Institutionen
so stark zunimmt? Zum einen zwingen Anti-Schmuggelkampagnen
in Südostasien die Kriminellen dort, sich zu
"reorientieren" - Schmuggel ist aufgrund
intensiver Verfolgung, hoher Strafen und stark sinkender
Zollsätze (siehe WTO-Beitritt Chinas) kontinuierlichunattraktiver
geworden. Zum anderen sind die Strafen für
die Herstellung und den Vertrieb von Plagiaten und
Fälschungen meist gering - obwohl per Gesetz
die Möglichkeit besteht, bis zu 5 Jahren Gefängnis
zu verhängen, werden häufig nur Geldstrafen
angeordnet ("high profit – low risk")
Das Problem der Produkt- und Markenpiraterie ist
- nicht nur in China - sehr komplex und daher gilt
es, die Einzelfälle genau zu beleuchten. Für
das katastrophale Ausmaß des Problems sind
nicht nur die Hersteller und der Handel verantwortlich.
Meist gibt es noch einen Dritten, den Auftraggeber
und – nicht zu vergessen – die Endverbraucher,
die die gefälschten Waren nachfragen.
Wo werden die in China günstig hergestellten
Waren z.B. vertrieben? Werden die Waren ausschließlich
für den chinesischen / asiatischen Markt produziert
oder werden die Waren in den 'Westen', sprich nach
Europa oder in die U.S.A. exportiert und verdrängen
dort die Originalprodukte aufgrund ihres günstigen
Preises?
Darüber hinaus gilt es zu fragen, wer die Auftraggeber
sind. Ist der Auftraggeber ein chinesisches Unternehmen
oder hat gar der deutsche oder europäische
Konkurrent den Auftrag erteilt ein bestimmtes Produkt
billig nachzumachen, um es gewinnbringend in Europa
zu vermarkten? Es ist wichtig die gesamte Wertschöpfungskette,
d.h. alle am Prozess Beteiligten, zu überprüfen
und ggfs. abzumahnen, denn sowohl die Herstellung
als auch der Vertrieb mit Plagiaten und Fälschungen
ist strafbar.
Ein weiteres Problem sind die Konsumenten. Wenn
die Verbraucher kein Interesse an gefälschten
oder nachgeahmten Waren äußern würden
– wenn also keine Nachfrage bestünde
– dann wäre der Anreiz zum Kopieren erheblich
geringer. Dass die Mehrheit der Chinesen kein entsprechendes
Einkommen hat, um westliche Originalprodukte zu
kaufen, ist verständlich. Dass aber Konsumenten
aus dem Westen die billigen Varianten, die häufig
qualitativ minderwertig sind, im Wissen kaufen,
dass es sich um Fälschungen oder Plagiate handelt,
ist nicht verständlich. Es wird vielfach bewusst
in Kauf genommen, dass mit dem Kauf der Fälschung
der Originalhersteller geschädigt wird. Außerdem
scheint der Preis weitaus maßgeblicher den
Kauf zu beeinflussen als die Qualität. Dabei
wird allerdings häufig außer Acht gelassen,
dass bei den minderwertigen Waren das 'Preis-Leistungs-Verhältnis'
nicht stimmt – erst recht nicht, wenn die
Plagiate keinerlei Standards in Bezug auf Sicherheit
beinhalten und somit Gesundheit oder sogar Leben
gefährdet werden. Einige Beispiele hierfür:
-
Medikamente, die viel zu geringe
oder gar keine Wirkstoffe enthalten
-
Textilwaren, die mit giftigen
oder allergie-auslösenden Farben oder
Fasern hergestellt werden
-
Spielzeug, das aus minderwertigen
Materialien und mit giftigen Farben / Grundstoffen
/ Lösungsmitteln hergestellt wird
-
Technische / elektronische
Produkte, die nicht funktionieren oder leicht
entflammbar sind
-
Bremsen, Kugellager etc. die
nicht funktionieren und zu gefährlichen
Unfällen führen
-
Alkohol / Zigaretten
aus minderwertigen Rohprodukten, die die Gesundheit
zusätzlich schädigen
Wenn Sie von asiatischen/chinesischen
Plagiaten oder Fälschungen betroffen sind und
sich gezielt und effektiv gegen die Nachahmer wehren
möchten, dann informieren Sie sich unter den
nachfolgenden Links und holen Sie Rat von Experten
vor Ort ein
www.deutschebotschaft-china.org
Wichtige allgemeine Informationen, u.a. über
die innen- und außenpolitische Entwicklung
von China; Unterstützung deutscher Firmen in
China insbesondere bei formellen Angelegenheiten
www.china.ahk.de
Deutsche Industrie- und Handelskammern in China,
Beratung & kompetente Unterstützung vor
Ort;
Vermittlung von wichtigen Geschäftskontakten,
Mediation bei Streitigkeiten, Berufsausbildung,
"Round Table", Seminare, Events etc.
www.pfalz.ihk24.de
Die IHK Pfalz in Ludwigshafen ist überregionale
Schwerpunktkammer für die Volksrepublik China;
Chinareferent und Ansprechpartner ist Andreas Blume.
Die IHK Pfalz bietet in puncto China individuelle
Beratung, zahlreiche praxisrelevante Seminare, aktuelle
Informationen sowie eine sehr ausführliche
Link-Liste
(b) Beratungsgesellschaften
www.iprights.com
Rouse & Co. International ist eine auf den Bereich
Gewerblicher Rechtsschutz (Anti-Counterfighting)
spezialisierte Beratungsgesellschaft, mit Vertretungen
in Großbritannien, Deutschland, den Vereinigten
Arabischen Emiraten, Indien, Thailand, Vietnam,
Indonesien sowie Greater China (Shanghai, Peking,
Kanton, Hong Kong). Schwerpunkte: allg. Schutzstrategien,
Erwerb und Nutzung von Gewerblichen Schutzrechten
sowie „Enforcement“, d.h. strafrechtliche
Verfolgung vor den zuständigen Spezialbehörden.
Rouse beschäftigt ein eigenes Detektivteam
und arbeitet eng mit den chinesischen Behörden
und Verwaltungseinheiten (z.B. den örtlichen
IHK - AIC) zusammen.
www.qbpc.org.cn
Das QBPC – Quality Brand Protection Committee
– ist ein Zusammenschluss von über 80
multinationalen Firmen, die in enger Zusammenarbeit
mit der chinesischen Regierung und den chinesischen
Behörden und Verbänden das Problem der
"Produkt- und Markenpiraterie" in China
public machen und die Situation für betroffene
Firmen verbessern möchten. Das QBPC gehört
zur 'China Association of Enterprises with Foreign
Investment' (CAEFI).
www.fiducia-china.com
Fiducia ist eine unabhängige Full Service Unternehmensberatung,
die 1982 von Jürgen und Cynthia Kracht gegründet
wurde. Das Ehepaar lebt bereits seit 1971 in China
und hat über die Jahre ein umfassendes Netzwerk
an wichtigen Kontakten aufgebaut. Schwerpunkte:
Beratung bei Firmengründung, Strategieausrichtung
und -umsetzung, Finanz- und Investmentfragen, Personalbeschaffung
etc. In den 4 Büros in Beijing, Hong Kong,
Shanghai und Shenzhen werden Geschäftsleute
in allen Angelegenheiten kompetent von multinationalen,
multilingualen Beratern unterstützt.
www.roxasia.com
ROX Asia Consultancy Ltd., Hong Kong, ist ein freies
und unabhängiges Beratungsunternehmen unter
deutschem Management von Christian Rommel, das sich
auf umfassende Serviceangebote und Dienstleistungen
rund um den asiatischen Druck- und Verpackungsmarkt
spezialisiert hat.
www.chinesign.de
Chine Sign Dr. Gürtler hat sich darauf spezialisiert,
deutschsprachige Firmen auf ihrem Weg nach China
zu begleiten und von der Entwicklung von Geschäftsbeziehungen
bis hin zur wettbewerbsgerechten Platzierung von
Produkten zu beraten und zu unterstützen. Chinesign
entwickelt interkulturelle Marketing- und Brandingstrategien
für einen erfolgreichen und aufmerksamkeitsstarken
Auftritt.
(c) Medien
www.business-china.com
Business-China.com ist eine mehrsprachige Business-Online-Suchmaschine
und Plattform, die als Brücke zwischen China
und anderen Ländern dient, insbesondere in
Sachen Handel sowie geschäftliche, aber auch
private Kontakte. Die Plattform bietet Geschäftsleuten
detaillierte Business-Informationen, aktuelle Nachrichten,
Branchen- und Firmenprofile etc.
www.china-contact.cc
China-Kontakt ist ein kostenpflichtiges Wirtschaftsmagazin
des OWC - Verlag für Aussenwirtschaft GmbH,
Münster (Redaktion ChinaContakt: Berlin).
ChinaContact informiert aktuell und kompetent über
alle Themen, die deutsche Firmen interessieren,
die sich im China-Geschäft engagieren (möchten).
3
Jahre EU-weiter Geschmacksmusterschutz nur
durch Offenbarung Ihrer neuen Gestaltung.
Über Designpublisher erreichen Sie eine
globale Offenbarung mit exaktem und fälschungssicherem
Nachweis.
Aktion
Plagiarius unterstützt die Kampagne „Messe
Frankfurt against Copying“.
"Special
China"
"Special
Sicherheitstechniken"
VeRI
– das Verifizierte Rechte Inhaber Programm
– zum Schutz von immateriellen Rechtsgütern.
Über VeRI können Sie rechtsverletzende
Angebote auf eBay melden